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LEBENSMITTEL KONSERVIEREN - 3 EINFACHE METHODEN

LEBENSMITTEL KONSERVIEREN - 3 EINFACHE METHODEN

Früher gab es weder Kühlschränke noch Tiefkühler. Unsere Vorfahren waren also darauf angewiesen, am Ende des Sommers die Ernteerträge haltbar zu machen, um den ganzen Winter davon leben zu können. 

Heute, zumindest in der westlichen Welt, können wir zu jeder Jahreszeit im Supermarkt alle Lebensmittel kaufen, die wir brauchen. Es ist also eigentlich nicht mehr nötig, dass wir unsere Lebensmittel selbst konservieren. Warum du es aber trotzdem auch mal versuchen solltest, verraten wir dir in diesem Blogpost.

Warum Lebensmittel konservieren?

Vielleicht hast du ja einen eigenen Garten und kennst das Problem: Plötzlich reift wieder alles auf einmal und du hast kübelweise frisches Obst und Gemüse zum Verbrauchen. Vielleicht hast du aber auch einfach zu viel eingekauft und kannst nicht alle Lebensmittel rechtzeitig verwerten. 

Statt die überschüssigen Lebensmittel wegzuwerfen, solltest du sie lieber konservieren! Damit verhinderst du eine Menge Lebensmittelverschwendung. Aber Konservieren ist nicht nur praktisch, sondern auch sehr lecker. Viele beliebte Lebensmittel erhalten nämlich erst durch das Konservieren ihren charakteristischen Geschmack, zum Beispiel Marmelade, Dörrfrüchte oder Sauerkraut. 

Anders als bei den gekauften Konserven aus dem Supermarkt entscheidest du selbst, welche Zutaten und Gewürze du in die Gläser steckst. Gekaufte Konserven enthalten oft Zusatzstoffe. Wenn du das Gemüse selbst konserviert, weisst du genau, was drin ist.

Aber nicht nur du selbst wirst den Geschmack deiner selbst gemachten Konserven lieben. Schön verpackt eignen sich selbst konservierte Lebensmittel auch hervorragend als Geschenke für Freunde oder Familie!

Wir haben dich überzeugt und du möchtest gleich mit dem Konservieren beginnen? Im Folgenden stellen wir dir drei einfache und beliebte Methoden vor, Lebensmittel haltbar zu machen: Einkochen, Dörren und Einlegen.

Einkochen

Beim Einkochen werden Lebensmittel in Gläser gefüllt und durch Erhitzen haltbar gemacht. Die Hitze tötet Keime ab, welche das Essen verderben könnten. Zudem dehnt sich die erwärmte Luft im Glas aus und strömt nach draussen. Es entsteht ein Vakuum, in dem Keime sich nicht mehr ausbreiten können. Für Anfänger eignet sich vor allem das Einkochen von Obst und Gemüse. 

Zum Einkochen benötigst du folgende Utensilien:

  • Gläser: Am besten eignen sich Weckgläser mit Gummiring und Klammern.
  • Eine Zange, um die heissen Gläser aus dem Wasser zu nehmen
  • Ein Thermometer
  • Einen grossen Topf, in dem du die Gläser zu mindestens drei Vierteln mit Wasser bedecken kannst.

Gerade beim Einkochen, aber eigentlich bei allen Konservierungsmethoden ist es sehr wichtig, dass du mit sauberen Utensilien arbeitst. Gelangen Bakterien oder Keime in die Lebensmittel, ist das Risiko hoch, dass diese verderben.

Dabei reicht es nicht, die Gläser nur mit etwas Spülmittel und heissem Wasser auszuwaschen. Stattdessen solltest du sie für mindestens 5 Minuten in einen Topf mit kochendem Wasser sterilisieren. Die Gummiringe sterilisierst du, indem du sie etwa fünf Minuten in Essigwasser abkochst.

Unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten müssen unterschiedlich lang und heiss eingekocht werden. Hier eine Tabelle mit Obst und Gemüse, welches sich besonders gut zum Einkochen eignet:

  • Gurken, 25 Minuten
  • Karotten, 90-120 Minuten
  • Tomaten, 30 Minuten
  • Aprikosen, 30 Minuten
  • Pflaumen, 35 Minuten
  • Birnen, 35 Minuten

Schneide das Obst oder Gemüse in Stücke. Härteres Gemüse wie Karotten oder Kürbis blanchierst du am besten kurz vor, damit es eine weiche Konsistenz bekommt. Fülle die Gemüsestücke in die sterilisierten Gläser. Fülle die Gläser dann zu drei Vierteln mit Zucker- oder Salzwasser auf. 

Als Nächstes stellst du die verschlossenen Gläser in einen grossen Topf und füllst diesen mit Wasser. Die Gläser sollten zu drei Vierteln mit Wasser bedeckt sein. Die Temperatur des Wassers sollte der Temperatur der Lebensmittel angepasst sein. Ist das Gemüse noch warm vom Blanchieren,  stelle die Gläser in warmes Wasser. Für kaltes Obst oder Gemüse nimmst du kaltes Wasser. 

Nun kannst du das Wasser im Kochtopf erhitzen. Das Einkochen beginnt, wenn das Wasser die gewünschte Temperatur erreicht hat. Du kannst die Wassertemperatur genau mit einem Thermometer messen oder startest die Einkochzeit, sobald das Wasser sprudelnd kocht.

Wenn die benötigte Einkochzeit um ist, hebe die Gläser mit der Zange vorsichtig aus dem Wasserbad. Stelle sie auf ein Tuch oder Gitter und lasse sie langsam bei Raumtemperatur abkühlen. Schrecke die Gläser nicht mit kaltem Wasser ab, da sie sonst platzen können!

Wenn du Weckgläser verwendet hast, entferne die Metallklammern vom Deckel. Ist der Deckel verschlossen, hat sich ein Vakuum im Glas gebildet und du kannst das Eingemachte  sicher lagern. 

Dörren

Das Trocknen oder Dörren gehört zu den ältesten Methoden der Konservierung. Diese Methode eignet sich für alle Arten von Lebensmitteln, zum Beispiel  für Früchte, Gemüse, Fisch, Fleisch, Pilze oder Kräuter.

Beim Trocknen wird den Lebensmitteln die Feuchtigkeit entzogen, was den Prozess des Verderbens stark verlangsamt. Wie lange das Trocknen dauert, kommt auf die einzelnen Lebensmittel an. Um Lebensmittel zu trocknen gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Dörren an der frischen Luft
    Kräuter lassen sich besonders einfach trocknen. Du brauchst sie nur an einem trockenen, warmen, luftigen Ort aufzuhängen und einige Tage zu warten. Da keine Wärme zugeführt wird, ist diese Methode zwar energiesparend, dauert aber auch am längsten. Sie eignet sich auch nur bedingt für Obst und Gemüse und nicht für Fleisch oder Fisch.

  2. Dörren im Backofen
    Um Zeit zu sparen, kannst du Lebensmittel auch im Backofen trocknen. Stelle dafür den Backofen auf Umluft und lass die Backofentür offen, damit für ausreichende Luftzirkulation gesorgt ist. Dadurch lässt sich allerdings die Temperatur nur schwer regulieren und der Energieverbrauch ist sehr hoch, denn das Dörren dauert auch im Backofen mehrere Stunden.

  3. Dörren in einem Dörrautomaten
    Falls du regelmässig Lebensmittel trocknen möchtest, lohnt sich die Anschaffung eines Dörrautomaten. Er verbraucht wesentlich weniger Energie und sorgt für eine angemessene Luftzirkulation. 

Sind die Lebensmittel getrocknet, ist es wichtig, sie richtig zu lagern. Stelle sicher, dass die gedörrten Lebensmittel luftdicht verpackt und vor Feuchtigkeit geschützt sind.

Einlegen

Ganz ohne Hitze funktioniert das Einlegen. Bei dieser Methode wird frisches Obst oder Gemüse klein geschnitten, in Gläser gefüllt und mit einer Flüssigkeit aufgegossen. Die Flüssigkeit bzw. der Sud sorgt für Würze und macht den Inhalt haltbar, ohne dass dieser gekocht werden muss.

Zum Einlegen eignet sich vor allem festes Gemüse wie Grüne Bohnen, Karotten, Gurken, Zwiebeln, Mais oder Paprika. Obstsorten, die sich besonders gut einlegen lassen sind Feigen, Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Kirschen. Auch Pilze sind eine gute Wahl.

Einlegen kannst du Lebensmittel in verschiedenen Flüssigkeiten. Besonders beliebt ist das Einlegen in Essig, Salz, Öl oder Alkohol.

Einlegen in Essig

Für 1 Kilogramm Gemüse benötigst du:

  • ½ Liter Essig, zum Beispiel Apfelessig mit mindestens 5% Säureanteil
  •  ¼ Liter Wasser
  • Gewürze, zum Beispiel Lorbeer, Dill oder Pfeffer

Mische den Essig mit dem Wasser und koche das Gemüse darin gar. Fülle das Gemüse anschliessend in sterilisierte Gläser. Koche den Sud nochmals auf und giesse so viel davon über das Gemüse, dass es ca. zwei Zentimeter mit Flüssigkeit bedeckt ist. Verschliesse das Glas und lasse das Gemüse 4-6 Wochen ziehen, bevor du es geniessen kannst. Bei dunkler und kühler Lagerung ist das eingelegte Gemüse einige Monate haltbar.

Damit du mit dem Konservieren gleich loslegen kannst, haben wir dir eine Einkaufsliste zusammengestellt:

LEBENSMITTEL KONSERVIEREN - 3 EINFACHE METHODEN
Julia
Bring! Blogger
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